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Ihr Vokalensemble
„con gusto“.
Von Helmut Rohm
Mit dem Konzert "Stabat mater dolorosa - Musik zur Sterbestunde Jesu" lud Pfarrer Thomas Meyer die Besucherinnen und Besucher der St. Trinitatiskirche Zerbst am Karfreitag-Nachmittag zu einer besonderen "musikalischen Andacht" ein.
Zerbst l Die Glocken von St. Nicolai läuteten das Konzert ein. Es waren gut fünf Minuten Zeit für die innere Besinnung auf Karfreitag, das höchste Fest des christlichen Kirchenjahres, eingebettet in die Osterfeierlichkeiten. Die untrennbare Beziehung von Leben mit Sterben und Tod sei, so Pfarrer Meyer, "allgegenwärtig und zeitgemäß", bedeutsam sowohl für Christen wie auch Nichtchristen.
Unter der Gesamtleitung von Christian Wiebeck stand das an diesem Nachmittag zu erlebende "Konzert zur Sterbestunde Jesu". In der St. Trinitatiskirche konzertierte die "Camerata Instrumentale" der Händelstadt Halle. Es sangen die Mitglieder des Vokalensembles "con gusto" sowie die Solisten Ira Jung (Sopran), Ines Schumacher (Alt), Friedrich Hübenthal (Tenor) und Robert Lehmann (Bass). Die musikalische Klammer dieses durchweg sehr emotional ansprechenden Konzertes bildeten die beiden Choräle "Herzliebster Jesu" und "O Haupt voll Blut und Wunden" aus der "Matthäus Passion" von Johann Sebastian Bach.
Die elf Sängerinnen und Sänger des Vokalensembles erfüllten die Kirche mit klangreichem polyphon ausgewogenen Gesang, einfühlsam begleitet vom Orchester. Den stimmungsvollen Auftakt bildete das kurze "Adagio in g-Moll", eines der populärsten Werke der "klassischen Musik", das auf kompositorischen Fragmenten von Tomaso Albinoni basiert. Sehr beeindruckend agierten Sally Schröder, Solovioline, und Tobias Eger an der Orgel.
Das Hauptwerk des Konzertes, das mittelalterliche Gedicht "Stabat mater dolorosa" in der Vertonung von Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736), erklang in der Besetzung mit den beiden Solistinnen Ira Jung (Sopran) und Ines Schumacher (Alt). In diesem mehrstrophigen Werk "Christi Mutter stand mit Schmerzen" werden Trauer und Schmerz sowie die Hoffnung auf Erlösung besungen. Die beiden Sängerinnen bestachen mit klarer Stimmführung, gefühlvoller Ausdrucksweise und bemerkenswerter Empfindungstiefe. Die hinter dem Orchester stehenden Sängerinnen hatten keine Probleme, sich mit der sie gut abgestimmt begleitenden "Camerata Instrumentale" durchaus "in Augenhöhe" zu präsentieren, so dass ein nachhaltiger Gesamteindruck entstand.
Vor dem abschließenden Bach-Choral wurde die Bach-Kantate über den Psalm 131 von Chor und Solisten interpretiert. Hervorragend spielte Lucia Thaut die Solo-oboe. Eindrucksvoll waren ebenso die begleitenden Umspielungen (cantus firmi) der Bassarie vom Sopran und der Tenorstimme vom Altgesang. Mit dem Verklingen des letzten Tones vom zweiten Bach-Choral setzte wiederum das Geläut von St. Nicolai ein.
A-cappella-Musik vom späten Mittelalter bis zur Moderne - das ist das Repertoire des Vokalensembles „con gusto“ (ital.: mit Geschmack). Das Ensemble wurde im Januar des Jahres 2010 aus dem vorhergehenden Ensemble „matura musica“ gegründet. Für „con gusto“ ist es wichtig, die Tradition der Chormusik zu erhalten, und weiter zu tragen. Durch Idealismus und individuelles Verantwortungsbewusstsein, versucht das Ensemble, ein möglichst hohes künstlerisches Niveau zu erreichen. Bei der Werkauswahl wird neben bekannter Literatur immer wieder auf unbekannte oder selten gehörte Kompositionen zurückgegriffen. Das Vokalensemble besteht zum einen aus Gesangsstudenten der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg, und aus Lehramtsstudenten, die eine weitreichende Erfahrung als Solisten und Ensemblesänger haben. So steht nicht nur der a-cappella-Gesang im Vordergrund, sondern auch der Sologesang. weiter
Christian Wiebeck wurde 1984 in Magdeburg geboren und wuchs in einem kleinen Dorf in der Nähe auf. Durch die Begegnung mit der Pfarrerin Irene Heinecke lernte er die Kirchenmusik kennen - und lieben, eine für sein Leben wichtige und prägende Zeit. Seit mittlerweile 14 Jahren ist er als Kirchenmusiker tätig. Von 1997 bis 2007 war in den Kirchgemeinden Flechtingen, Wegenstedt und Etingen als Organist und Kirchenmusiker tätig. Christian Wiebeck ist der künstlerische Leiter, Gründer und Dirigent des Vokalensembles „con gusto“, und des Kammerchors „camerata voce magna“. Von August 2002 bis Juli 2003 wurde er in Halberstadt von Domkantor KMD Claus - Erhard Heinrich zum C- Kirchenmusiker ausgebildet. 2005 konzertierte er auf Einladung der Gemeinde Flechtingen als Dirigent bei der Eröffnung des Kurhauses zusammen mit der Bachkantorei Helmstedt und dem Weferlinger Gymnasialchor sowie mit dem Sinfonieorchester des Theaters Magdeburg. Zu seinem Repertoire zählen die Jubelmesse (C. M. von Weber), Messiah (G. F. Händel), Kaffeekantate (J.S. Bach), Doppelkonzert in d-Moll (A. Vivaldi), Prager Sinfonie (W. A. Mozart), Missa Papae Marcelli (G. P. da Palestrina), Miserere mei deus (G. Allegri) und weitere Chor- und A-Capella - Werke. weiter
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Lezte Aktualisierung
Mittwoch, 11. April 2012 um 12:13:31 Uhr.
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